Musik-Sammlung für die Altersarbeit

Die Bibliothek und Dokumentation von Pro Senectute Schweiz möchte mit ihrer Musik-CD-Sammlung und der dazugehörigen Ausstellung im Altersbereich tätige Fachleute dazu anregen, der Musik einen grösseren Raum beizumessen und über die Möglichkeiten ihrer Verwendung nachzudenken.

 

Musik wird in Tanz- und Sportkursen für Seniorinnen und Senioren eingesetzt. Auch in Alters- und Pflegeheimen erklingt sie regelmässig, etwa als Teil der Musiktherapie oder der Palliativpflege. Ein hoher Stellenwert wird ihr bei der (Biografie-)Arbeit mit Demenzkranken beigemessen. Doch trotz aktueller Forschungen, die der Musik neben der therapeutischen auch eine grosse präventive Bedeutung zuschreiben, ist ihr Einsatz in der Arbeit mit älteren Menschen noch immer nicht selbstverständlich.

Die vorgeschlagene Einteilung der Musik soll nicht als rigide angesehen werden – einige CDs können sowohl der einen wie auch der anderen Kategorie zugeordnet werden.

Ausleihe und Sonderheft

Alle vorgestellten und aufgelisteten Medien können bei der Bibliothek und Dokumentation von Pro Senectute Schweiz ausgeliehen werden.

Das Sonderheft zu der Musik-Sammlung, mit ausführlichen Erläuterungen und Diskografie, kann für CHF 8.- bestellt werden: Kontaktieren Sie uns

Rezensionen

Nostalgie nach Noten

Im Gegensatz zu heute wurde der «Sound» der früheren Radiostationen durch die sendereigenen Radio-Orchester geprägt. Auf der vorliegenden 4-CD-Edition ist die Geschichte der Schweizer Radio-Unterhaltungsorchester dokumentiert, mit den Orchstern von Huber oder Cedric Dumont und Aufnahmen mit bekannten Schlagersängerinnen und -sängern wie Lys Assia, Vico Torriani oder den Geschwistern Schmid. Die «DRS-Big Band» der 70er-Jahre unter der Leitung von Hans Moeckel erlangte grosse Bekanntheit durch ihr Engagement für die Fernsehsendung Teleboy mit Kurt Felix.

 

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Tod, Trauer, Trapani: sizilianische Trauermärsche

Dass der Umgang mit Tod und Trauer in den Kulturen der Welt vielfältig ist, führen die Aufnahmen dieser sizilianischen Trauermärsche «vor Ohren». Sie geben die Musik der
jeweils am Karfreitag stattfindenden «Processione dei Misteri» in Trapani (Sizilien) wieder. Vierundzwanzig Stunden dauert die Prozession, bei der 20 Bands den Nachmittag lang und die Nacht hindurch Trauermärsche spielen. Herzzerreissend, abgründig und schwer blasen Trompeten und Tubas, dazwischen donnern Becken und grosse Pauken.

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Beethoven/Menuhin: Konzert für Violine und Orchester D-Dur, op. 61

In «klassische Ohren» haben sich die Themen aller drei Sätze dieses Meisterwerks von Beethoven, bei dem sich liedhafte mit den für den Komponisten typischen majestätischen Passagen abwechseln, tief eingegraben. Nach Beethovens Tod galt es bald als Prototyp des Violinkonzerts und wurde unzählige Male interpretiert. Manchen mögen auch die genialen und gefühlvollen Interpretationen des Wahlschweizers Yehudi Menuhin in Erinnerung geblieben sein. Die vorliegende CD gibt eine Einspielung aus den 1960er-Jahren mit den Wiener Philharmonikern unter Leitung von Constantin Silvestri wieder.

 

 

Original Streichmusik Alder

Der «schlääzige» Geigenklang macht die Appenzeller Streichmusik ebenso unverwechselbar wie ihre «originale» Besetzung mit zwei Violinen, einem Cello, einem Kontrabass und einem Hackbrett. Die auf dieser CD zu hörende Streichmusik Alder aus Urnäsch wurde 1884 gegründet und ist die berühmteste appenzellische Musikformation. Zu den ewigen Hits auf dieser Aufnahmen gehören «Min Schatz isch kei Zocker», «Birewegge Polka», «Appezeller-Landsgmend-Lied». Neben Saiten erklingen aber auch Kinderstimmen (Schülerchor Gais), Kuhglocken («Schelleschötte»), Taler (Talerschwingen), und Zäuerli (Naturjodel).

 

 

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Traditionelle Schweizer Musik

«Forum Alpinum: Anthologie authentischer Volksmusik aus den Schweizer Bergen» wurde eine Schallplattenreihe benannt, welche als Folge der 1964 in Lausanne durchgeführten Landesausstellung von einer Studiengruppe konzipiert wurde. Die vom Zytglogge-Verlag neu edierte Sammlung besteht

aus 4 CDs mit alten Volksmusikaufnahmen aus allen Landesteilen.

 

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Johann Sebastian Bach : Matthäus-Passion

Bachs Matthäus-Passion zählt unbestreitbar zu den grössten Werken der europäischen Musikgeschichte. Das zentrale Thema, das Leiden und Sterben Jesu Christi, ist dem Evangelium nach Matthäus entnommen. Eine Besonderheit von Bachs Kompositionstechnik ist das mit vielfältigen musikalischen Mitteln umgesetzte Abbilden von Textinhalten, in diesem Fall Todesthematik und das Leiden. Als Passion ist das Werk einem ganz bestimmten Tag im Kirchenjahr zugeordnet: dem Karfreitag. Bei den eingebauten Kirchenliedern sang die Kirchgemeinde früher denn auch mit.

 

Bardo: Space of Voice

Oberton- bzw. Naturtonmusik verleiht einem oft die Vorstellung des Urtümlichen und Zeitlosen. Jeder Einzelklang setzt sich aus den Tönen der Obertonreihe zusammen. Die Kunst des Obertongesangs besteht darin, die Obertöne einzeln hörbar zu machen, ohne den Grundton zu verändern. Bardos Musik fordert den Hörer auf, sich auf seinen Gesang und die Klänge seines Begleitinstruments, des obertonreichen indischen Saiteninstruments Tampura, einzulassen. Die sinnlichen und stimulierenden Klänge mögen für manche Hörer neuartig und überraschend sein – am Ende überwiegt aber die beruhigende Wirkung.

 

Johnny Cash : The man comes around

Als Johnny Cash sein letztes, noch zu seinen Lebzeiten veröffentlichtes Album aufnahm, war er bereits von einer schweren Krankheit gezeichnet. Die Gebrochenheit seiner Stimme passt zum Grundton des Albums, das vorwiegend von Liebe, Tod und dem Leben danach handelt. Doch brachte diese physische Beeinträchtigung auch eine ästhetische Qualität zum Vorschein, die einzigartig war und ihm nach seinem Tod Auszeichnungen wie seit dreissig Jahren nicht mehr bescherte. Auffällig ist die Wahl der Songs: Diese sind nicht nur Cashs angestammten Country-Stil entlehnt, es finden sich auch Werke von jüngeren Musikern.

Grandes maestros del Flamenco

Den individuellen Musikvorlieben älterer Spanier in der Schweiz soll anhand dieser Auswahl verschiedener Flamenco-Meistersänger Rechnung getragen werden. Eine Besonderheit dieser Sänger ist ihr Jahrgang: Alle Sänger wurden im 19. Jahrhundert geboren. Es handelt sich hierbei also um historische Aufnahmen, die noch auf Schellackplatten kopiert wurden und damit auch die Klänge alter Zeiten wiedergeben.

 

Klingendes Gesangbuch

Das Singen in der Kirche ist für manche ältere Menschen ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Doch steht nicht in jeder Altersinstitution ein Organist zur Verfügung. Zudem kommt es häufig vor, dass die körperliche Verfassung eines älteren Menschen den Gottesdienstbesuch verunmöglicht. Die vorliegende CD bildet eine gelungene Lösung für solche Defizite. Sie enthält Orgelbegleitung zu Liedern aus dem Evangelischen Gesangbuch. Dadurch dass die Strophen der entsprechenden Lieder abgedruckt sind, lässt sich das beigefügte Booklet auch als Liederheft benutzen.

Tanzen mit Mozart

Als Tanzkomponist ist Mozart nicht gerade bekannt. Doch schrieb er, der selbst ein begeisterter Tänzer war, sein ganzes Leben lang immer wieder Tänze für den Ballsaal. Attraktiv und populär wurden einige solcher Tänze u.a. dadurch, dass sie Bearbeitungen von bekannten Arien aus Opern wie Le nozze di Figaro oder Don Giovanni darstellen. Das Ensemble «Salzburger Hofmusik» hat einige dieser Tänze für den praktischen Gebrauch mit mehreren Durchspielen arrangiert und, um die Mozarts Zeit und die Ballsaal-Atmosphäre des 18. Jahrhunderts auch klanglich wiederzugeben, auf historischen Instrumenten eingespielt.

 

Bewegungsspiele mit Musik

Die Musik auf dieser Produktion dient nicht wie bei der mehrheitlich in Sportstunden eingesetzten Musik nur der Anregung und soll auch nicht nur im Hintergrund wahrgenommen werden. Sie fordert zu genauem Hinhören auf und dirigiert sozusagen die Teilnehmenden. Konkrete, im Booklet vorgeschlagene Bewegungsspiele werden von ihr abgeleitet. Das Konzept orientiert sich systematisch an musikalischen Parametern (Dynamik-, Polymetrik-, Taktwechselspiel etc.). Es verstärkt die Verbindung zwischen körperlich-motorischen und geistig-seelischen Prozessen, indem rhythmische und kognitive Fähigkeiten gefordert und gefördert werden.

Trauermusik durch die Jahrhunderte

Trauermusik spielt durch die Jahrhunderte in allen Kulturkreisen eine zentrale Rolle. Sie wurde nicht nur für den Tod berühmter Persönlichkeiten komponiert und aufgeführt. Häufig ist sie auch Ausdruck einer persönlichen Verarbeitung der Trauer. Die ausgewählten Musikstücke auf der CD-Sammlung «Musica et memoria» zeigen, dass Trauermusik nicht zwangsläufig leise, zurückhaltend oder traurig klingen muss. So reicht das Spektrum der CDs vom sanften und schönen Tod über den beklagten und marschierenden Tod bis zum unbeugsamen und verklärten Tod. Die Edition bildet ein grosses Repertoire für die Gestaltung von Trauerfeiern oder zur Trauerbewältigung.